SIM Karte in Peru

Wie immer besorgen wir gleich an Anfang eine lokale SIM Karte zu bekommen. Am Flughafen wollten sie uns 5GB für 90 US$ verkaufen – einen reinen Daten-SIM ohne Telefonieren oder SMS. Das ist die reinste Frechheit.

Also herumgefragt und ab zum Movistar Geschäft. Es war ein recht großes Geschäft mit sehr genau definierten Aufgaben der Mitarbeiter. Es gab welche, die die ausgestellten Telefone bewachten. Dann einen Informationsschalter an dem eine lange Schlage darauf wartete, der einzigen Arbeitskraft Fragen stellen zu dürfen. Und dann eine Reihe von Schaltern, die anscheinend für Kundenberatung waren. Also stellten wir uns dort einmal an und waren sogar richtig. Der Kundenberater sprach natürlich kein Wort Englisch, aber darauf waren wir vorbereitet. Kasias Spanisch ist deutlich besser als sie zugibt. Nach einigen Minuten waren wir handelseinig – ein prepaid Tarif  mit 2 GB Download für 50 Sol (14 Euro) für 30 Tage (wir werden ca. 22-25 Tage in Peru sein), das passt perfekt.

Das erste was der Mitarbeiter wollte, war ein Reisepass, und zwar das Original und nicht eine Kopie. Den Pass hat er dann kopiert – und wo ist da jetzt bitte der Unterschied? Unsere Kopie war wenigstens in Farbe. Daraufhin hat er die Daten vom Pass eingetippt und den Vertrag- einen Stapel Papier – vom Drucker geholt. Kasia musste auf mindestens 7-8 Seiten unterschreiben – ich hoffe inständig, daß sie damit nicht all unseren Besitz überschrieben hat. Als nächstes wurde eine Stempelkissen geholt und sie musste neben jeder Unterschrift einen Fingerabdruck Ihres Zeigefingers abliefern – danach war mehr voll Tinte als nur der Zeigefinger…

Daraufhin schickte uns der Angestellte zur Kasse, die sich versteckt hinter der Information verbirgt. Auf unsere Frage wie viel jetzt aufgeladen werden, sagt er uns, dass wir jetzt nur die SIM bezahlen. Aufladen des Guthabens geht nur in bestimmten Supermärkten – geht’s noch? Nach der ganzen Prozedur würden wir nur eine SIM Karte besitzen, die ohne Guthaben ja wertlos ist? Zum Glück haben wir auf dem Weg zu Movistar einen passenden Supermarkt gesehen. Also zähneknirschend zur Kasse und die 7 Sol (2 Euro) bezahlen. Leider war vor uns eine Dame, die anscheinend ein Kaffeekränzchen mit der einzigen arbeiteten Kassiererin abhielt (bezahlt hat sie jedenfalls nichts). Als sich hinter uns schon eine Schlange bildete – die Engländer würden stolz sein, wie brav und schön hier Schlangen gebildet werden – waren die Damen dann auch wirklich irgendwann fertig.

Mit der Rechnung sind wir dann zur Warenausgabe gegangen. Dort werden die SIM Karten gelagert und, gegen vorweisen der Rechnung, ausgehändigt. Übrigens sind sowohl die Kasse als auch die Warenausgabe mit Panzerglas gesichert. Bei den gewaltigen Umsätzen ( 7 Sol pro SIM ) und Werten – einige 100 SIM Karten wurden da schon gelagert – ist das offensichtlich nötig…

Als die SIM endlich in Handy lag funktioniert diese sofort – deutlich einfacher als die Challenge, die man in Brasilien zum Aktivieren absolvieren muss. Also weiter zum Supermarkt, etwas Wasser kaufen und 70 Sol aufladen (50 Sol für’s Internet und 20 Sol für Telefonate und SMS). Die Kassiererin sagte uns, dass das nicht auf einmal geht. Sie muss zuerst die Einkäufe abrechnen und dann kann sie das Handy aufladen. Auch gut. Wir mussten die Nummer ansagen, sie tippe diese in der Kasse ein und wir haben bezahlt. Kaum aus dem Geschäft hat das Internet schon funktioniert (es sind einige eMails und Messages eingegangen und haben geklingelt). Also alles gut, wir haben wieder ein Handy.

Als nächstes wollten wir mit UBER zurück zum Hotel – man hat uns mehrfach abgeraten ein Taxi von der Straße zu nehmen. Schelm wer jetzt einfach glaubt, dass man bei UBER einfach die Handynummer ändern darf, wenn sich dabei die Landesvorwahl ändert. Super blöd! Man muss die Nummer mittels Supportticket ändern lassen, nur das dauert. Wir haben als Lösung einfach zu Abend gegessen und uns ein Privattaxi bestellen lassen – ähnlich den Remise in Argentinien – da diese als sicher gelten.

Wir sind auch glücklich zurück im Hotel.

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