Die Kasten und die Bildung

In Indien gibt es – natürlich nicht offiziell – immer noch Kasten. Diese werden grob in vier Hauptkasten mit jeweils vielen huntert Unterkasten unterteilt. Die Priester, die Herrscher und Krieger, die Handwerker und Bauern sowie die „Unberührbaren“. Am Land ist das Kastendenken noch stark verbreitet, in den Städten weniger.

Jedem steht es frei zur öffentlichen Schule zu gehen – diese ist kostenlos. In ländlichen Gebieten gibt es meist nur eine fünfjährige Grundschule, nur in größeren Orten mit mehreren 1000 Einwohner gibt es dann eine weiterführende Schule. Erst in dieser wird dann auch Englisch unterrichtet. Höhere Schulen gibt es nur in Städten.

Das ist einer der Gründe warum viele Landbewohner in die Städte ziehen – Sie haben verstanden, dass Bildung wichtig ist. Trotzdem gehen nur ca 70-80% der Kinder überhaupt in die Schule.

In den letzten Jahren ist der Mädchenanteil von um die 10% auf fast 50% gestiegen, auch weil die Regierung es fördert wenn Mädchen in die Schule gehen (gratis Fahrräder,…).

Speziell die Kinder der letzten Kaste gehen nur selten in die Schule, weil die Eltern dessen Hilfe im Alltag benötigen. Da in den Schulen für die Schüler ein gratis Mittagessen bereitgestellt wird, kommen Sie oft nur zum Essen und gehen dann gleich wieder.

Parallel zu den öffentlichen Schulen mit fix angestellten, schlecht bezahlten Lehrern, die nicht immer motiviert sind, gibt es auch viele private Schulen.

Auch bei diesen gibt es eine große Bandbreite von nicht besonders bis zu exzellent. In den teuersten Privatschulen unterrichten fast nur LehrerInnen aus England. Da der Unterricht in Privatschulen meist in englischer Sprache stattfindet, können die Schüler dort meist (Hindi-)Englisch. Es sprechen übrigens mehr Menschen die indische Version von Englisch als das Original…

Die Kinder gehen schon mit 4-5 Jahren in die Schule, wobei die ersten 1-2 Jahre eher unserer Vorschule (Kindergarten mit Lernen von Buchstaben und Zahlen) entspricht. Kindergärten gibt es praktisch nur in großen Städten. Nach 12 Jahren Schule, kann man dann entweder studieren oder eine Fachausbildung machen. 

Jetzt würde man zum Schluss kommen, daß die Politiker und die Regierung vermutlich alle von Privatschulen kommen. Das ist aber nicht so, ein hoher Prozentsatz war auf öffentlichen Schulen. Die Absolventen von Privatschulen sind meist in der Wirtschaft, Ärzte oder Manager.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.