Jet Airways und Flughafensecurity, die nächste Pleite

Wir haben am Abend extra gefragt wie viel früher wir am Flughafen sein sollen. Die Antwort: eine Stunde reicht. Das haben wir nicht wirklich geglaubt und waren heilfroh, daß unser Fahrer schon etwas früher da war. Am Flughafen angekommen, durften wir diesen erst betreten, nachdem wir unsere Tickets (Buchungsbestätigung) sowie unsere Pässe vorgezeigt haben – das ist hier so üblich.

Beim Check-In wurde uns dann eröffnet, daß wir nur 15kg Gepäck pro Person haben dürfen und für den Rest Übergepäck zahlen müssen. Für die 10 kg Übergepäck waren 3500 Rupien (60 Euro) fällig! Bei welcher Airline darf man nur 15 kg Gepäck mit haben?! Also warteten Kasia und Max bis ich den Schalter der Fluglinien gefunden und bezahlt hatte am Check-In Schalter (und haben diesen damit blockiert). Am Schalter daneben wollte jemand allen ernstes ein volles Plastiksackerl als Gepäck abgeben!

Dann wurde uns gesagt, daß es keine freien Plätze gibt und erst ein Supervisor benötigt wird um welche „freizuschalten“ – was auch immer das bedeutet…

Nachdem ich bezahlt hatte – einen Beleg dafür habe ich nicht erhalten – wurden uns die Bordkarten gegeben. Die Plätze waren Reihe 10, 28 und 36! Nachdem wir protestiert haben, daß wir unser Kind sicher nicht alleine irgendwo sitzen lassen werden, haben wir dann zwei Plätze in der Reihe 36 erhalten – allerdings nicht nebeneinander! Da unser Flug in weniger als 25 Minuten starten sollte, haben wir die Tickets genommen und sind zur Security Kontrolle gelaufen.

Dort war zum Glück wenig los und wir waren schnell drann. Das übliche Spielchen: Notebook, Kindle und Handy in EINE Schachtel – normalerweise dürfen diese ja nicht übereinander liegen, aber hier war das OK. Doch bevor wir durch das Röntgengeräte gehen konnten, ist mein Rucksack zurück gekommen: alle Fotoapparate und Kabel (Ladegeräte) soll ich auch auspacken. Ich habe dann den ganzen Inhalt des Rucksacks ausgeleert. Max ging vor mir durch das Röntgengerät (es hat nicht gepiepst!), und da er keine Bordkarte bei sich hatte, wurde er von dem Security Mitarbeiter nicht durchgelassen. Nachdem ich mit beiden Bordkarten und ebenfalls ohne piepsen durchgegangen bin, mußte ich auf ein Stockerl steigen und wurde nochmals mit einer Kelle angetastet! Dann wurde meine Bordkarte abgestempelt und Max wurde ebenfalls mit der Kelle abgetastet – wozu haben sie die Röntgengeräte, wenn doch ALLE zusätzlich mit einer Kelle abgetastet werden? Inzwischen war auch Kasia wieder bei uns, die durch den „Frauenbereich“ gehen mußte.

Statt meinen Rucksack ohne Inhalt entgegen nehmen zu dürfen, wurde mir gesagt, daß ich alle gefährlichen Dinge entnehmen soll. Da ich mir keiner solchen bewusst war, habe ich der Security erlaubt den Rucksack selbst zu durchsuchen. Nach einigem hin und her haben sie mir meinen Flaschenöffner in Kreditkartenformat abgenommen, weil dieser ja eine Waffe ist – er hat eine knapp 3 cm lange Klinge zum öffnen von Briefen! Zusätzlich wurde in einem Dokument vermerkt, daß mir etwas abgenommen wurde! Ziemlich entnervt habe ich dann wieder alles in meinen Rucksack eingepackt – noch 15 Minuten bis zur Abflugzeit!

Also im Laufschritt in Richtung Gate. Da Jet Airways offensichtlich eine Billig-Airline ist, war das Gate fast das letzte im Terminal. Außer Atem sind wir angekommen, zum Glück waren noch nicht alle Passagiere eingestiegen. Also wieder die Tickets herzeigen und durch den Finger zum Flugzeug, wo natürlich die Tickets vor dem Einsteigen nochmals kontrolliert wurden – auf den 50 Meter durch den Gang hätte ja jemand hereinteleportieren können!?

Im Flugzeug bin ich in Reihe 10 geblieben und Kasia ist mit Max zur Reihe 36 mit der Hoffnung, daß sie jemanden überzeugen mit mir den Platz zu tauschen. Zum Glück war auch ein Herr dazu bereit und wir waren dann wieder alle zusammen.

Natürlich waren alle Gepäckfächer voll und wir mußten unsere Rucksäcke bei unseren Füßen parken.

Apropos Füße – die Reihen sind so eng, daß Kasia und ich mit den Knien angestanden sind. Normalerweise haben solch Flugzeug 37 oder maximal 38 Reihen, hier waren es mindestens 41 oder 42. Der Mann vor mir hat die Rückenlehne nicht hochgestellt und diese war weniger wie 15 cm vor meinem Gesicht! Das für uns bestellte „nicht scharfe Essen“ bestand aus einem kleinen Weckerl mit unidentfizierbarem Inhalt (vermutlich Huhn) und einem Mini-Kitkat. Wir haben nur letzteres gegessen.

Natürlich mußten wir dann über die Gangway aussteigen und unter dem Finger hindurch in das Flughafengebäude gehen. Macht ja nichts, daß es nur 8 Grad hat. Durch das Tor durch das wir das Gebäude betreten haben, konnte ich sehen wie die Koffer aus dem Flugzeug auf die Transportwagen geworfen wurden – super wie hier mit dem Gepäck umgegangen wird. Immerhin hatten wir es nicht weit um die Koffer abzuholen.

Das ist kein toller Beginn für unsere Reise durch Indien…

Ein Gedanke zu “Jet Airways und Flughafensecurity, die nächste Pleite

  1. Bisher war Indien auf meiner Liste potentieller Reiseziele ziemlich weit unten – das ist gerade nicht wirklich besser geworden. Aber immerhin liegt es noch vor Nordkorea 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.