Paket aus Neuseeland

Nachdem es bei den Kiwis sonst recht gemütlich und locker zugeht, machten wir uns ohne große Vorbereitungen mit unserem Sackerl mit den üblichen Andenken und Prospekten auf den Weg. Die Post hat eine Filiale im nächsten Häuserblock – also auch nicht so weit weg.

Als wir dort angekommen sind, haben wir schon fertig gefaltete Boxen (super Idee, es ist nicht immer so leicht diese korrekt zusammenzubauen) vorgefunden und unsere Dinge hinein getan. Die Box war bis zum Anschlag voll. Also stellen wir uns an und fragen ob wir vielleicht ein Klebeband hätten. Die Antwort war: „Ja, aber zukleben tun wir.“ Ok, also das Paket hingestellt und dann hat die Dame auch wirklich ca 40 cm Klebeband genommen und es über den Rand geklebt wo der Deckel zugemacht wurde. Das wars dann! Die Unterseite auf der wir ins Paket hineinsehen konnten, hat sie ignoriert!!! Da wir die nötigen Formulare nicht ausgefüllt hatten, sind wir mit dem Paket und dem Formular wieder von Schalter weg und ich habe mich auf dem Weg zu einem Supermarkt begeben um Klebeband zu besorgen. Zum Glück ist der Countdown nur einige 100 Meter weit weg. Als ich den Preis für das einzige Klebeband – allerdings mit Abrollhilfe – gesehen habe, dachte ich, daß dieser nicht Stimmen kann: 10 NZD für vielleicht 10 Meter Klebeband!? Aber nein, der Preis war richtig…. 

Nachdem ich wieder zurück im Postamt war, haben wir das Paket vernünftig zugeklebt worauf auf einmal eine Angestellte quer durch den Raum gerufen hat: „Stop, do not use so much tape!!!“ 

Ich war kurz so verblüfft, daß ich nicht wusste was ich sagen sollte. Dann bin ich in Richtung Schalter gegangen und habe laut gefragt, warum ich UNSER Paket nicht miz UNSEREM Klebeband zumachen darf?!  Worauf sie meinte, daß wir nicht so viel von ihrem Band verwenden dürfen. Ich habe das Band dann in ihre Richtung gehalten und gemeint, daß es unser Band ist, weil sie – bzw ihre Kolleginnen – den Kunden ja kein Band zur Verfügung stellen oder verkaufen.

Ich durfte dann unser Paket weiter einpacken, und wir haben den Rest des Klebebandes einer netten Dame geschenkt, die ebenfalls ein Paket verschickten wollte.

Da offensichtlich sogar an Klebeband gespart werden muß, sind wir davon ausgegangen, daß das Paket günstig sein wird. Das erwies sich als Irrtum – es war das bisher teueste Paket, das wir nach Hause geschickt haben.

Letztlich war die Schalterbeamtin dann doch noch sehr freundlich zu uns, aber ein Nachgeschmack bleibt.

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