Von Peru nach Bolivien

Wir sind wieder mit Peru Hop unterwegs. Gegen 11:00 umfährt unser Bus den Stau (einige Kilometer) vor der Grenze auf einer Nebenstraße …


… und bleibt auf einmal auf einen Platz, auf dem lautet Taxis stehen, ebenfalls stehen.


Nach einigen Minuten sagt der Guide, dass wir jetzt aussteigen und alles mitnehmen müssen. Eine Vorwarnung wäre wohl zu viel verlangt! Noch spannender ist, daß das Gepäck ausgeladen wird. Wir sollen unsere Sachen nehmen und zur Grenze gehen! Die Grenze ist auf einem Hügel, wir haben einen Koffer, zwei große Rucksäcke, drei kleine Rucksäcke und unsere Jacken (in der Früh hatte es ca 5 Grad und jetzt knallt die Sonne herunter.

Zum Glück gab es eine Frau mit einem Wagerl, mit dem sie unser Gepäck über die Grenze bringen könne – wir nahmen das Angebot an! Es folgt eine Wanderung zum Grenzgebäude in Peru. Dort standen wir alle in der prallen Sonne in der Schlange. Da nicht sicher war ob es in unserer nächsten Station – Copacabana – einen funktionierenden Bankomaten gibt, nutzte ich die Möglichkeit einer Wechselstube. Genauer genommen waren es zwei Damen unter einem Sonnenschirm mit einem kleinen Schreibtisch. Kurse waren keine angeschrieben – da ich mich noch in der Früh im Internet erkundigt habe, war mir klar, daß der Wechselkurs bescheiden war (mindestens 10-15% schlechter als offiziell). Natürlich gab es keinerlei Beleg, nur Geld gegen Geld.

Als wir dann dran waren, wussten wir auch warum es so lange gedauert hat. Von den 4 Schaltern waren zwei offen und die Beamten würden mit Sicherheit nie unter Stress leiden.

Danach im Laufschritt den Hügel hinauf unserer Gruppe nach. Warum unser Guide nicht gewartet hat, bis alle mit der Passkontrolle fertig waren (hinter uns waren auch noch einige), wissen nur die Götter. Knapp hinter dem Grenzstein – ein Bogen über die Straße – gelang es uns unsere Gruppe einzuholen. Es ging den Berg hinunter – an dem bolivianischen Migrationsoffice vorbei – zu einem anderen Bus. Hier sollten wir unsere Sachen wieder einladen. OK, und warum war es nicht möglich mit dem Bus aus Puno über die Grenze zu fahren??

Während vielleicht die Hälfte der Gruppe Ihre Sachen verstaut hatten, setzte sich der Guide mit ihnen schon wieder in Bewegung – ohne etwas zu sagen! Sobald unser Gepäck eingeladen und die nette Dame mit dem Karren bezahlt war, liefen wir wieder den Berg hinauf unserer Gruppe nach, die wir dann bei der bolivianischen Grenzkontrolle wieder eingeholt haben. Hier bekamen wir Zettel zum Ausfüllen – warum nicht schon im Bus? Zum Glück gab es bei den Fenstern der Grenzkontrolle Fensterbänke, auf denen wir die Formulare ausfüllen konnten – Tische oder Pulte wären zu luxuriös! Glücklicherweise hatten wir zwei Kugelschreiber mit, da einer dabei leer wurde.

Wieder in eine Reihe anstellen, hier waren wenigstens drei Schalter besetzt, und wir waren offiziell in Bolivien. Da unsere Gruppe wieder einmal ohne uns aufgebrochen war, sind wir den Berg hinunter zum Bus getrabt und eingestiegen.

Jetzt sitzen wir schon seit über einer halben Stunde im Bus, unser Guide hat sich verabschiedet – er fährt wieder nach Puno zurück. Keiner hat uns irgendetwas gesagt. Warum müssen wir warten und wie lange? Dürfen wir wieder aussteigen um uns etwas zu kaufen? Wann kommt der angekündigte bolivianische Guide? Einige – wir nicht – haben von Copacabana eine Fahrt zu einer Insel gebucht, die um 14:00 los gehen soll – in weniger als 15 Minuten – und wir stehen immer noch!

Kurz nach 14:00 erreichen wir Copacabana.  Der Bus bleibt weit weg vom angekündigten Treffpunkt „White Anker“, der sich beim Hafen befindet, stehen. Alle, die in Copacabana übernachten wollen – wir Gott sei Dank nicht – müssen Ihr Gepäck mitnehmen. Der Weg führt 5-6 Blocks weit über eine Straße, auf der Markt stattfindet, und dementsprechend voll ist es auch. Da wir nach La Paz weiter fahren und keinen Ausflug gebucht haben, dürfen wir jetzt 4 Stunden warten. Hoffentlich ist dann unser Gepäck noch im Bus?!

Impressionen aus Copacabana, Bolivien.


Es ist 18:00, wir stehen alle beim Treffpunkt und der Guide hackt eine Liste mit Namen ab. Dann geht es los, natürlich sind die beiden Busse nicht am Treffpunkt. Es geht den ganzen Strand entlang, den Berg hinauf bis zur Hauptstrasse – beim Aussteigen war der Bus definitiv näher – weiter Richtung Durchzugsstraße bis fast zum Ortsanfang. Alles Bergauf bei 3.800 Meter über dem Meer. Als wir ankommen, sind wir komplett außer Atem.

Jetzt wurden die Name verlesen und den Bussen zugeordnet, wobei keine Rücksicht darauf genommen wurde mit welchen Bus wir angekommen sind. Endergebnis: viele, auch wir, mussten unser Gepäck umladen! Ok, also suchen wir im einen Kofferraum unsere Trümmer und schleppen diese zum anderen Bus. Da wir eben mehrere Rucksäcke und Koffer suchen mussten, waren wir die vorletzten beim Einladen. Als wir dann in den Bus eingestiegen sind, waren nur noch zwei Sitzplätze frei – und zwar zwei Einzelplätze. Also wieder Aussteigen und den Guides sagen, daß zwei Sitzplätze einfach nicht genug sind. Die Guides schauen im zweiten Bus und dort war ein Sitzen frei. Ok, das geht dann doch zu weit. Es wäre ja Ok, wenn es zumindest zwei Plätze nebeneinander geben würde – Max lassen wir sicher nicht Stundenlang irgendwo alleine sitzen. Nach einigem hin und her wurden aus dem anderen Bus zwei Passagiere herausgeholt – zwei, die nur Handgepäck hatten. Unser Gepäck wurde wieder umgeladen, und wir saßen zumindest hintereinander… Es lebe die perfekte Organisation! Nicht nur, daß man willkürlich irgendeinem Bus zugeordnet wird, die Guides können offensichtlich auch nicht zählen. Mit einer halben Stunde Verspätung sind wir dann los gefahren.

Nach knapp einer Stunde musste der Titikaka See überquert werden – vielleicht 150-200 Meter. Eine Brücke wäre ja zu kompliziert? Also wieder alle Aussteigen – nur ich durfte im Bus bleiben, weil ich mit der dünnen Luft nach dem Copacabana-Marsch angeschlagen war. Die Passagiere fuhren mit zwei Booten die kurze Strecke und die Busse wurden auf Lastflösse – kein Schmäh! – verfrachtet, die genau Platz für einen Bus haben.


Auf der anderen Seite sind alle wieder eingestiegen und es ging Richtung La Paz. Dabei wurden wir massiv durchgeschüttelt – auch wenn in Peru die Straßen nicht wie bei uns sind, haben die Federungen der Busse das Schütteln in Grenzen gehalten. In Bolivien dürften die Straßen nur aus Schlaglöchern bestehen. Knapp zwei Stunden später kommen wir nach La Paz und jetzt war es ganz aus mit der Straße – offensichtlich wurde diese gerade renoviert und war aktuell eine Schotterstraße. Wohl gemerkt, die Haupteinzugsstraße in eine Großstadt! Natürlich bestand die Schotterstraße nur noch aus Schlaglöchern.

Nach einiger Zeit konnten wir auf das Zentrum von La Paz, daß in einem Tal liegt, hinunter sehen. Die Fotos sind leider etwas verwackelt…


Sobald wir unten angekommen waren, blieb der Bus regelmäßig bei Hotels und Hostels stehen.

Bei der vierten Station waren wir auch dran. Nachdem unser Hotel nicht angefahren wurde, spendierte Peru Hop eine Taxifahrt – das ist wenigstens besser als wieder mit allen unseren Sachen kreuz und quer durch eine unbekannte Stadt zu irren. Kurz vor Mitternacht sind wir in unserem Hotelzimmer – fix und fertig!

Natürlich kann Peru Hop nichts für die Qualität der Straßen, aber die Organisation und das ständige uninformierte Umherlaufen geht nicht. Ja, wir sind sicher keine typische Kunden (in den 20ern und mit nur einen Rucksack), aber ich kann mir nicht vorstellen, daß es nur uns ungut auffällt.

Ich erinnere mich an den Werbespruch von Peru Hop: „Hassle free border crossing!“. Vielleicht sind wir überempfindlich, aber wir haben uns darunter etwas anderes vorgestellt:

  • Vorab informiert werden, was passieren wird!
  • Warum mussten wir den Bus (mehrfach) wechseln?
  • Warum konnten wir nicht über die Grenze fahren? Und wenn das organisatorisch/rechtlich nicht geht, warum organisieren Sie nicht wenigstens mehrere „nette Damen“ und transportieren das komplette Gepäck für die Kunden?!

Comments

  1. Iris Schaffer

    Die Hauptstraße wird seit Jahrzehnten renoviert und wird nie fertig werden. Die Baustelle wird von den Leuten die dort ihre Sachen verkaufen verzögert. Das ist deren einzige Möglichkeit Geld zu verdienen.

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