Amsterdam

Bevor unsere Familie auf Reisen geht, wollten meine Freundin A. und ich noch mal zusammen verreisen. Ich wäre am Liebsten nach Edinburgh oder Dublin geflogen, leider gab es keine vernünftige Flugverbindungen dorthin. Wir hatten nur zwei Tage, und wollten nicht einen davon an den Flughäfen verbringen. Schließlich haben wir uns für Amsterdam entschieden. Das Hotel war schnell gefunden, und es gab die perfekten Flugzeiten: nach Amsterdam um 6:15 am 1. Tag und zurück nach Wien um 20:35 am 2. Tag. Also fast zwei volle Tage.
Am Amsterdamer Bahnhof haben wir einen Stadtplan-Automaten gefunden. Geniale Idee!

Gratis Stadtplan für Alle

Gut ausgerüstet machten wir uns auf dem Weg ins Hotel. Schon der erste Blick auf die Grachten löste Begeisterung aus. Am Wasser entlang reihen sich wunderschöne Häuser in verschiedenen Stylen und Farben. Viele von ihnen haben unter dem Dach große Eisen-Haken. Da die Stiegen sehr schmal sind, dienten und dienen diese dazu, die Möbel rauf bzw. runter zu transportieren.

Gracht

Grachtenhäuser

Eisen-Haken zum Transport von Möbeln

Auf den Grachten gibt es viele Boote, kleine und große, private und für Touristen. Eine Bootstour ist auch die beste Möglichkeiten, um die Grachten und die Häuser zu sehen. Ganz billig sind die Touren nicht, aber es lohnt sich. Besonders toll fand ich die Hausboote. Es gibt auch welche zu mieten, das wäre mal eine coole Alternative zu einem Hotel.

Grachtenhäuser und ein Bootshaus

Boote

Im Hotel wurden uns nach einer freundlicher Begrüßung ein Stadtplan überreicht und die Sehenswürdigkeiten erklärt. Wir ließen das Gepäck da und machten uns auf den Weg. Schon nach ein paar Stunden wussten wir, die Zeit wird nicht mal annähernd reichen, um auch nur einen Teil der Stadt zu erkunden. Erster Weg führte uns zu dem Blumenmarkt. Sehr enttäuschend – kaum Blumen, dafür jede Menge Tulepenzwiebel, Tulpendeko und Tulpenmitbringsel. Naja. Wir sind dann durch die Straßen gegangen, haben die Grachten überquert, da was getrunken, dort was gegessen. Die Bootstour, die wir gemacht haben, führte uns durch die Kanäle an den herrlichen Gebäuden entlang. Es war teuer, aber informativ und einfach schön.

Selbstverständlich sind haben wir De Wallen besucht, den berühmt-berüchtigten Rotlichtbezirk mit den kaum bekleideten Damen in den Fenstern. Die meisten waren auch wirklich hübsch. Lustig war es, eine Gruppe von pubertierenden Jungs zu beobachten, die von einem Fenster stehend wir kleine Mädchen kicherten und sich nicht einkriegen konnten. Ob es die Verlegenheit war, die Erregung oder die Spannung – wer weiß. Das schöne, von ihnen bewunderte Mädchen nahm’s mit Humor.
Mitten in De Wallen steht das älteste Gebäude der Stadt, Oude Kerk (Alte Kirche), aus dem 14. Jh. Angeblich ist es das einzige Gebäude im Amsterdam, das sich seit Rembrandts Zeiten nicht verändert hat, zumindest außen. Der Maler besuchte die Kirche oft, und alle seine Kinder wurden hier getauft. Oude Kerk war vor der Reformation eine katholische Kirche. Sie wird für religiöse und kulturelle Events verwendet.

Oude Kerk

Oude Kerk war die Kirche der Seefahrer

Am 2. Tag regnete es, und wir wollten die Museen besuchen. Tja, wir waren schlecht bzw. gar nicht vorbereitet. Um die Tickets für das Van Gogh zu bekommen, hätten wir stundenlang anstehen müssen, das selbe galt für das Rijksmuseum. So ein Mist! Wir hätten die Eintrittskarten online kaufen sollen. Nun ja, für das nächste Mal wissen wir es. Nicht ganz so lange war die Schlange vor dem Moco Museum. Es gab dort eine umfangreiche Ausstellung der Arbeiten von dem britischen Streetart Künstler Banksy sowie eine kleine Sammlung der Werke von Salvador Dalí.
In Nieuwe Kerk (Neue Kirche) aus dem 15 Jh., der Krönungskirche der niederländischen Monarchen, konnten wir die World Press Photo 2017 Ausstellung sehen. Viele der Bilder waren erschütternd. Krieg, Attentate, Umweltsünden, Armut wurden in ihren schrecklichsten Momenten abgelichtet. Aber es gab auch Schönes, als möchten die Fotografen zeigen: noch ist nicht alles verloren.
Neben der eigentlichen Ausstellung konnten wir einige Kurzfilme ansehen, wie zum Beispiel über die amerikanische Olympiasiegerin in Boxen, Claressa Shields.

Es gibt viele Autos und viele Boote in Amsterdam. Aber vor allem gibt es Fahrräder. Sehr viele Fahrräder. Sie parken überall, und überall stehen sie im Weg. Aber das ist noch halb so schlimm. Die Amsterdamer fahren aggressiv und rücksichtslos, wie ich es noch nie erlebt habe. Sie sind schnell, sie schauen nicht, und sie bremsen nicht. Sie benutzen nicht die Klingel, nein, sie brüllen einen an, wenn man nicht schnell genug zur Seite springt. Ich verstehe ja, dass sie von den vielen Touristen genervt sind, die im Weg stehen. Aber ein wenig mehr Rücksicht und Höflichkeit würde sie nicht umbringen.

Ein Fahrrad in Juniors Lieblingsfarbe

Sie sind überall

Viel zu schnell mussten wir wieder unser Gepäck holen und uns auf den Weg zum Flughafen machen. Unterwegs haben wir neben einigen schönen Häusern noch ein neues Verkehrszeichen entdeckt:

Neben einem Spielplatz

Bye bye Amsterdam, wir kommen wieder!

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