Vergleich Singapur und Kuala Lumpur

„Singapur is a fine city!“. Dieser zweideutig Satz stimmt eindeutig. In Singapur ist alles sauber, gepflegt und ordentlich. Es gibt kaum Häuser, die nicht in einem erstklassigen Zustand sind – zumindest haben wir kaum welche gesehen, und wir sind viel herum gekommen. Ein wenig erinnert es an Disneyland – vor allem die Shoppingcenter alle paar Meter. Viele Eingänge zur U-Bahn (MRT) sind im Keller von Einkaufszentren. Security in Einkaufszentren oder Hotels haben wir keine gesehen. Die Autofahrer halten sich im großen und ganzen an die Verkehrsregeln und halten an, wenn man sich einem Fußgängerübergang auch nur etwas nähert.

Die Strafen (fines) sind beachtlich. Essen oder trinken in MRTs (auch in den Stationen) wird beispielsweise mit 500 S$ (über 300 Euro) bestraft – entsprechend sauber ist es auch überall. Interessant fand ich die Tatsache, daß urinieren in Liften nur mit 400 S$ bestraft wird. Die meisten Lifte haben Urindektoren und wenn diese ansprechen, wird der Lift blockiert und die Polizei verständigt – das sollte man mal in Österreich einführen. Leider dürften mache Lifte im öffentlichen Nahverkehrsstationen als Toilette missbraucht werden. Warum Wasser trinken in der U-Bahn höher bestraft wird wie urinieren kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber es wirkt. Alles ist absolut sauber und geruchsneutral.

Kuala Lumpur hat auch viele durchaus schöne Hochhäuser, aber perfekt ist anders. Es liegt Schmutz/Abfall auf den Straßen – nicht extrem viel, aber mehr wie bei uns. Baustellen werden maximal von einem dünnen Plastikband abgesichert – meist überhaupt nicht – und es ist anscheinend OK die Gehsteigen auf beiden Straßenseiten gleichzeitig aufzureißen ohne eine Alternative für die Fußgänger zu schaffen. Fußgänger zu sein ist übrigens ein lebensgefährliches Dasein – die Autofahrer (vor allem Taxifahrer) ignorieren Zebrastreifen. Man muß höllisch aufpassen um nicht überfahren zu werden. Zeitweise haben mich die Taxifahrten an Kairo zur Hauptverkehrszeit erinnert. Recht hat der Stärkere und der mit der lautesten Hupe…

Neben neuen Hochhäusern stehen noch sehr viele deutlich renovierungsbedürftigen ältere Gebäude. Die Gehsteige sehen oft so aus, als wären sie von Lehrlingen am ersten Arbeitstag gepfuscht – sorry: gebaut natürlich – worden.

In den Einkaufszentren und bei den Hotels waren viele Securitymitarbeiter zu sehen und es wurde explizit von Handtaschendieben gewarnt (in unserem Hotel mittels Infobildschirmen). Wir haben uns zwar nicht unsicher gefühlt, aber nicht so sicher wie in Singapur.

Nehmen wir vielleicht noch Wien in den Vergleich auf, dann könnte man folgendes sagen:

Wien ist eine gediegene, ältere Dame mit einigen Alterserscheinungen. Singapur hingegen eine reiche Frau Ende, und Kuala Lumpur ein Teenager mitten in der Pubertät – aber irgendwie interessant und spannend.

Ich denke, daß wir Malaysia sicher noch einmal besuchen werden. Die Woche in Kuala Lumpur ist verflogen wie nichts. Auch das Land außerhalb der Hauptstadt dürfte spannend und interessant sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.